Was ist Waldpädagogik?

Wildnispädagogik, Naturpädagogik, Waldpädagogik? Wer soll sich da zurechtfinden? Wir nehmen für euch verschiedene (Fortbildungs-)richtungen zum Thema Natur unter die Lupe und erklären, was sich hinter diesen Bezeichnungen verbirgt.

Inhaltsverzeichnis

„Glaube mir, denn ich habe es erfahren: Du wirst mehr in den Wäldern erfahren als in Büchern.“
Bernhard von Clairvaux, 11. Jhdt.

Wildnispädagogik, Naturpädagogik, Waldpädagogik oder Bushcraft: Wenn man sich in der Fortbildungslandschaft zum Thema Natur umsieht, kann man ziemlich schnell die Orientierung verlieren, nicht wahr?

In unserem Wildniswind Online-Lehrgang für Wildnispädagogik & tiefe Naturverbindung dreht sich – wie der Name bereits verrät – alles um Wildnispädagogik. Sie haben wir bereits in diesem Blogbeitrag genauer unter die Lupe genommen haben. Heute möchten wir euch erklären, was Waldpädagogik ist – und euch auch die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur Wildnispädagogik aufzeigen.

Was versteht man unter Waldpädagogik?

Waldpädagogik ist eine Form der Naturpädagogik und möchte der fortschreitenden Naturentfremdung entgegenwirken. Ziel der Waldpädagogik ist es, Menschen durch Wissen und Verständnis, aber auch spielerisch, an ökologische Zusammenhänge im Wald und im naturnahen Raum heranzuführen.

In einem zweiten Schritt soll dabei die Bedeutung des Waldes für uns Menschen sichtbar gemacht werden: Dazu kann z.B. gehören, „Waldwissen“ zu vermitteln – über Bäume, Pflanzen, Holz, Forstschädlinge, Waldnutzung, Wildtiere oder regionale Waldbesonderheiten. Den Wald besser kennen zu lernen kann auch bedeuten, mehr über den Alltag von Waldberufen, wie z.B. Waldbauern oder Förstern zu erfahren und zu verstehen.

Eine Schnecke auf einer Hand
Ein bemooster Baum
Ein Vogel mit blauer Brust auf einem Stein

Wie arbeitet Waldpädagogik?

Der Begriff „Waldpädagogik“ ist in forstlichen Kreisen ein feststehender Begriff und es herrscht auch länderübergreifend (BRD) ein breiter inhaltlicher Konsens: So befasst sich Waldpädagogik vor allem mit dem Lebensraum Wald und seinen Funktionen. Waldpädagog*innen möchten langfristig mehr Bewusstsein für den Wald initiieren und Besucher*innen zu nachhaltigem, zukunftsfähigem und verantwortungsvollem Denken und Handeln in Bezug auf den Lebensraum Wald anregen. Ein zentraler Aspekt ist dabei auch die menschliche Nutzung des Waldes, z.B. in einem forstwirtschaftlichen Sinn.  

Waldpädagogik Fortbildungen

Die Waldpädagogik steht in Deutschland in enger Verbindung mit den Ministerien für Landwirtschaft und Forsten, die u.a. auch die Ausbildung der Waldpädagog:innen koordinieren. Waldpädagog*innen bieten vor allem Waldführungen für Kinder ab dem Grundschulalter an. Ausbildungsinhalte umschließen daher zum Beispiel forstliche Themen, Didaktik, die Planung und Organisation von Waldführungen sowie deren Auswertung. 

Birkenwald
Füchse in einem Bau
Bäume und blauer Himmel

Waldpädagogik & Wildnispädagogik: Die Unterschiede

An vielen Stellen gibt es zwischen Waldpädagogik und Wildnispädagogik Schnittstellen und Gemeinsamkeiten – denn natürlich spielen in beiden Richtungen der Wald und die Natur eine zentrale Rolle! Ein wesentlicher Unterschied zwischen den beiden Strömungen liegt jedoch in der Art der Annäherung an den Wald bzw. die Natur: 

So geht es in der Wildnispädagogik nicht darum, Natur zu „benutzen“. Wildnispädagog*innen sehen in ihr vielmehr ein Angebot, ihre wilde Seele zu beheimaten – auch deine!

Im Verständnis der Wildnispädagogik können alle Wesen in Wald, Wiese oder Berg – ganz gleich ob Pflanze, Tier, Wasser oder Stein – deine Lehrer*innen sein, wenn du sie nur lässt. Die Natur selbst ist die zentrale Leitfigur in deinem Lernprozess. Ihre Beziehung mit ihr kannst du entdecken und stärken. Du kannst dich ihr zuwenden und in der Tiefe erfahren, was es bedeutet, ganz verbunden, wieder einheimisch, zu sein. 

„These people have learned not from books, but in the fields, in the wood, on the river bank. Their teacher have been the birds themselves, when they sang to them, the sun when it left a glow of crimson behind it at setting, the very trees, and wild herbs.“
Anton Tschechow

Waldpaedagogik
(c) David Wege

Wildnispädagogik: Tiefer eintauchen!

Doro, Teilnehmerin an unserem Online-Lehrgang für Wildnispädagogik & tiefe Naturverbindung schreibt uns im Feedback: „Eine „normale“ naturpädagogische Fortbildung kann man mit diesem Erlebnis wirklich nicht vergleichen. Die Zeit allein mit der Natur und dem Journal machen alles viel intensiver und nachhaltiger. Vieles was ich lerne begleitet mich nun jeden Tag. Ich war schon immer gern draußen und habe vieles wahrgenommen. Dank euch sammle ich nun aber Eindrücke viel bewusster.“

Und Jessica J., eine Absolventin von uns, beschreibt es in ihrer Abschlussreflexion so: „Ihr habt mir die Wildnispädagogik nahe gebracht, ich sehe diese Richtung als Lebenseinstellung und meinen zukünftigen Weg an. Ihr habt so viel Mühe und Liebe in diesen Kurs gesteckt. Vielen Dank euch für diesen wunderbaren Kurs!“

Nichts ist inspirierender und authentischer als jemand, der selbst lebt, was er weitergibt! Hol dir Inspiration von Menschen, die ihre Liebe zur Natur bereits mit uns weitertragen! Hier findest du unsere Teilnehmerstimmen.

FAQs

Nein. Denn die Ausbildung zur*m Waldpädagog*in wird über die Ministerien für Umwelt und Landesforsten organisiert. Wenn du dich allerdings für Waldpädagogik interessierst, aber darüber hinaus noch tiefer in Naturverbindung einsteigen möchtest, ist Wildniswind genau das Richtige für dich. Wildniswind ist ein wildnispädagogischer Lehrgang und schließt mit dem Zertifikat zur Naturmentor*in ab. Insbesondere, wenn du schon Wald-, Wildnis- oder Naturpädagog*in, Erzieher*in, Sozialarbeiter*in oder Lehrer*in bist, kannst du in unserem Lehrgang viel Inspiration für deinen Arbeitsalltag sammeln! Auch wenn du bereits über viel Vorwissen verfügst, bietet Wildniswind dir umfangreiches Arten- und Methodenwissen, welches es in dieser Fülle in keiner Wald- oder Wildnispädagogik-Ausbildung in Deutschland gibt.

Die Waldpädagogik-Ausbildung wird in Deutschland von den Ministerien für Landwirtschaft und Forsten koordiniert, auf deren Webseiten du dich informieren kannst.

Die Waldpädagogik verfolgt das Ziel, Wissen über den Wald, seine Bedeutung für uns Menschen und seine Nutzung zu vermitteln, z.B. in einem forstwirtschaftlichen, ökologischen oder ökonomischen Sinn. In der Wildnispädagogik hingegen geht es nicht darum, den Wald zu nutzen, sondern sich in einem tieferen Sinn mit der Natur zu verbinden und sie zu verstehen. Am Beispiel Wald können aus wildnispädagogischer Perspektive alle Wesen des Waldes deine Lehrer:innen sein – wenn du sie nur lässt.

Ein Waldpädagoge oder eine Waldpädagogin vermitteln „Waldwissen“, zum Beispiel über Bäume, Pflanzen, Holz, Waldberufe, Forstschädlinge, Waldnutzung, Wildtiere oder regionale Waldbesonderheiten.Dazu kann z.B. gehören, „Waldwissen“ zu vermitteln – über Bäume, Pflanzen, Holz, Forstschädlinge, Waldnutzung, Wildtiere oder regionale Besonderheiten des Waldes. Dabei führen Waldpädagogen und Waldpädagoginnen vor allem Führunge für Kinder ab dem Grundschulalter durch. Zu ihren Aufgaben  gehört auch,  forstliche Themen didaktisch umzusetzen oder  Waldführungen zu planen, zu organisieren um auszuwerten.