FAQ

Das Herzstück der Wildnispädagogik liegt in einer tiefen, ganzheitlichen Naturverbindung, dem heimisch werden in der Natur. Unser Eingebundensein in natürliche Kreisläufe wird durch Wildnispädagogik (wieder) erlebbar gemacht. In unserer westlichen Welt wird Lernen oft sehr einseitig verstanden. Insbesondere in der Schule wird viel Wert auf Kognition, also Kopfarbeit gelegt. In der Wildnispädagogik -die auf Lehrmethoden nativer Völker Nordamerikas zurückgeht- wird Lernen (und Leben) viel umfassender verstanden.  Mit allen Sinnen, durch Vorbilder, durch die Kraft von Geschichten, durch inspirierendes Fragenstellen, durch eigene Erfahrung, durch Forschen, Fehlversuche uvm. knüpfen wir Verbindungen zu allen Aspekten der natürlichen Welt. Dabei sind unsere Gefühle in großem Maße beteiligt.

Jon Young und Tom Brown haben die Wildnispädagogik nach Europa gebracht. Jon Young hat mit dem sogenannten Naturmentoring eine Struktur geschaffen, die uns Orientierung gibt. Im „8-Schilde-Modell“ sind alle Aspekte der Natur beschrieben und in einem Rad dargestellt. Wir nehmen dich an die Hand und führen dich im Laufe des Jahres ganz sanft durch dieses Rad. Dabei lernst du Bäume, Pflanzen, Tiere, Vögel, Amphibien und Reptilien kennen. Gleichzeitig erfährst du im Naturmentoring, wie du andere Menschen bei ihrer eigenen Naturverbindung unterstützen und begleiten kannst.

Artenjournale sind der Teil des Selbststudiums, in dem du dich mit einer Tier- oder Pflanzenart beschäftigst, um so deine Artenkenntnisse aufzubauen. Mithilfe eigener Beobachtungen und deinem Literaturstudium eignest du dir so ein umfangreiches Artenwissen an, welches du in den praktischen Einheiten mit den pädagogischen Impulsen ganzheitlich vertiefst und anwendest.

Mit einer wöchentlichen Mail laden wir dich ein, dich mit den verschiedenen Tier- und Pflanzenarten zu beschäftigen. Im Mitgliederbereich auf unserer Website findest du das Erleben & Entdecken. Darin enthalten sind die pädagogischen Impulse und Methoden zu den jeweiligen Arten. Im Rucksack für Naturverbindung findest du über das Jahr viele weitere wildnispädagogische Themen, die dich mit dem Naturmentoring vertraut machen. Damit bist du ganzheitlich ausgerüstet für deine Arbeit mit Menschen. Alle Materialien kannst du dir herunterladen und ausdrucken.

Wenn du zurzeit nicht mit Gruppen arbeitest, kannst du alle Dinge auch für dich alleine ausprobieren. Manchmal entsteht auch erst auf dem Weg zum Naturmentor der Wunsch, die Inhalte weiterzugeben. Du kannst die Methoden auch mit deinen Kindern, deinem/r Partner/in oder mit Freunden ausprobieren und dokumentieren.

Wildniswind ist in seiner Form einmalig in Deutschland. Du kannst dir während des Lehrgangs ein sehr umfangreiches Arten- und Methodenwissen aneignen, welches dir in dieser Fülle keine Natur- oder Wildnispädagogik Weiterbildung bietet. Darüber hinaus erhältst du umfangreiches Lehrmaterial zum Download, auch das ist einmalig in Deutschland und unterstützt dich auch weit über die Zeit des Lehrgangs hinaus.

Die Methoden und praktischen Aktivitäten kannst du ganz nach deinen persönlichen Bedürfnissen auswählen und umsetzen. In diesem Sinne ist der Kurs also vollkommen barrierefrei. Wir freuen uns ganz besonders über die Teilnahme von Menschen mit Beeinträchtigungen und möchten dich sehr dazu ermutigen, deine erworbenen Kenntnisse als NaturmentorIn in die Welt zu bringen.

Wenn du ErzieherIn oder SozialpädagogIn in der freien Kinder- und Jugendhilfe bist, bist du hier genauso richtig am Platz, wie jemand der mit kleinen Kindern oder Erwachsenen arbeitet. Wildnispädagogik ist universell. Alle Methoden können an deine Zielgruppe angepasst werden.

Facebook ist nicht jedermanns Sache. Damit bist du nicht allein und auch ohne die Facebook Community ist Wildniswind ein vollwertiger Kurs. Deine Fragen an uns kannst du jederzeit auch per Mail stellen. Die Facebook-Gruppe bietet den Teilnehmenden in erster Linie einen geschützten Raum zum Austausch und zum Teilen persönlicher Geschichten an. Wir sind dort aber im Hintergrund stets präsent und stehen unterstützend zur Seite.

Auch damit bist du nicht allein. Die meisten unserer KursteilnehmerInnen haben Kinder, Jobs und andere Verpflichtungen, die ihre Zeit und Kraft fordern. Mit Wildniswind bieten wir dir eine wöchentliche Rahmung für dein Studium an, der du folgen kannst, aber nicht musst. Alle Inhalte sind dein Eigentum und du kannst dich ihnen widmen, wenn es in deinem Leben passt. In der Facebook-Gruppe kannst du bleiben, solange du möchtest, unabhängig davon, ob dein Wildniswind Jahr bereits beendet ist oder nicht. Dadurch hast du auch langfristig die Möglichkeit, Kontakte mit Gleichgesinnten zu pflegen, dich von den Erfahrungen der anderen inspirieren zu lassen und eigene Geschichten in der Gemeinschaft zu teilen.

Ja, auch wenn du in einem anderen Land lebst, kannst du den Kurs machen, denn es geht ja darum, vor deiner eigenen Haustür einheimisch zu werden. Wir haben inzwischen einige TeilnehmerInnen aus Österreich, der Schweiz, Italien, Tschechien und Irland. Sofern die von uns vorgestellten Tier- oder Pflanzenarten in deiner Region nicht vorkommen, können wir dir Alternativarten nennen, die du stattdessen bearbeiten kannst.

Ja, die Förderung durch Bildungsscheck/ -prämie der Länder ist grundsätzlich möglich. Bitte beachte, dass uns der Bildungsscheck bereits zwei Wochen vor Kursstart im Original vorliegen muss, bevor du dich anmelden kannst. Das bedeutet, dass du dich sehr zeitig darum kümmern müsstest. Alle Informationen zur Förderung findest du unter:

https://www.bildungspraemie.info/

Als NaturmentorIn bist du in deinem beruflichen Umfeld kompetente/r AnsprechpartnerIn in Sachen Natur. Du bist in der Lage, deine pädagogische Einrichtung auf dem Weg zu mehr Gesundheit, Umweltbildung, Nachhaltigkeit und Naturbezug zu unterstützen. Dieser Lehrgang kann dir ebenso helfen, freiberuflich eigene naturpädagogische Projekte zu initiieren. In dem Zertifikat wird ausführlich dokumentiert, welche Kenntnisse du in dem Weiterbildungsjahr erworben hast. Das verschafft dir auf dem Arbeitsmarkt viele Vorteile.

Ja, denn deine Lernreise mit Wildniswind ist gleichzeitig auch ein Geschenk, das du dir selbst machst. In der Natur findest du Entschleunigung und Ruhe. Du steigst aus dem Hamsterrad deines Alltags und findest draußen Inspiration und ein tiefes Gefühl von Verbundenheit.

Zertifizierung

Um dir das Zertifikat zum “Naturmentor*in” aushändigen zu können, möchten wir natürlich wissen, was du während unseres gemeinsamen Jahres gelernt, ausprobiert und erlebt hast. Für das Zertifikat musst du dich mit mindestens 20 der 52 Arten intensiver beschäftigt haben. Wenn du länger brauchst als ein Jahr, ist das überhaupt kein Problem. Du kannst uns deine Unterlagen für die Zertifizierung jederzeit, auch nach Beendigung deines  Wildniswindjahres, zusenden und erhältst bei Vollständigkeit dein Zertifikat.

Um deine Beschäftigung mit den Arten für uns sichtbar zu machen, schickst du uns per Post Kopien von:

Journaling

Du fertigst insgesamt 20 Artenjournale an. Dabei sind 3 Vertreter jeder Kategorie verpflichtend, also 3 krautige Pflanzen und 3 Bäume, 3 Vögel, 3 Säugetiere und 3 Arten aus der Kategorie Reptilien/Amphibien/Insekten. Die übrigen 5 Arten darfst du nach deinem eigenen Interesse auswählen. Vielleicht hast du dich während des Jahres besonders viel mit Vögeln beschäftigt oder du hast dich auf Pflanzen spezialisiert. Gerne darf in deiner Auswahl sichtbar sein, was dich besonders begeistert hat. Möglicherweise hast du dich auch mit Arten beschäftigt, die dir vorher vollkommen fremd waren und deshalb deine Aufmerksamkeit gefesselt haben. Oder die Impulse kamen aus deiner Kindergruppe und du bist ihrer Aufmerksamkeit gefolgt.

Dokumentation

Außerdem fertigst du zu jeder der gewählten Arten eine einfache Dokumentation an und zeigst uns damit, dass du zu der entsprechenden Art etwas Praktisches aus dem Entdecken und Erleben ausprobiert hast. Hast du eine Pflanze verarbeitet, Spiele oder Übungen ausprobiert, Spuren gefunden oder etwas Handwerkliches gemacht? Wie war das für dich? Du kannst das zum Beispiel ganz einfach mit Fotos dokumentieren und beschreiben. Es geht dabei nicht um einen ausführlichen Aufsatz, sondern um einen Einblick in das, was du gemacht und erlebt hast. Wenn du die Dinge mit Kindern oder anderen Menschen gemacht hast, toll! Dann konntest du dich schon etwas als Naturmentor*in ausprobieren. Wenn nicht, kein Problem. Wichtig ist uns, dass du dich mit dem Lebewesen ganzheitlich und auf deine Weise beschäftigt hast. Deine/eure Arbeitsergebnisse müssen übrigens nicht perfekt sein. Der Weg ist das Ziel und Neugier und Leidenschaft sind ein guter Wegweiser. Gerne kannst du uns auch in Form einer Geschichte schreiben, was du erlebt hast. Auch diese Dokumentation schickst du uns bitte als Kopie per Post.

Reflexion

Am Ende des Jahres bekommst du von uns außerdem einen
Reflexionsbogen, in dem du anhand von Fragen noch einmal schauen kannst, was sich in deinem Wildniswindjahr für dich verändert hat. Was hat das Wandering mit dir gemacht, welche Entdeckungen waren für dich wesentlich, was hat dich vielleicht erstaunt, erschreckt, verändert, bewegt oder berührt. Der Reflexionsbogen bietet dir Raum für deinen ganz persönlichen Rückblick und ist gleichzeitig eine Einladung, dich für deine Zukunft neu auszurichten.

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