Was ist Naturpädagogik?

Wildnispädagogik, Naturpädagogik, Waldpädagogik? Wenn man sich in der Fortbildungslandschaft zum Thema Natur umsieht, kann man ziemlich schnell die Orientierung verlieren. Wir nehmen für euch verschiedene (Fortbildungs-)richtungen zum Thema Natur unter die Lupe und erklären, was sich hinter diesen Bezeichnungen verbirgt!

Schau tief in die Natur, und dann wirst du alles besser verstehen.
Albert Einstein

Wusstest du eigentlich, dass unser Online-Lehrgang für Wildnispädagogik und tiefe Naturverbindung mit dem Zertifikat zum*r Naturmentor*in abschließt? Und auch, wenn es bei uns um Naturmentoring geht, dreht sich unser Lehrgang nicht um Naturpädagogik per se. Ganz schön verwirrend, oder?

 Keine Sorge, wir klären auf und nehmen die Naturpädagogik genauer unter die Lupe! Ein Blick auf ihre Ziele, Methoden und die Ausbildung zum*r Naturpädagog*in, sowie die Grenzen und Gemeinsamkeiten zur Wildnispädagogik.

Du möchtest mehr über die Wildnispädagogik erfahren?
Dann bist du bei diesem Blogbeitrag über Wildnispädagogik genau richtig!

Naturpädagogik - Erlebnis für Kinder
Kind in einer Wiese
Waldpädagogik & Wildnispädagogik

1. Was versteht man unter Naturpädagogik?

In der Naturpädagogik geht es darum, die Beziehung zwischen Natur und Mensch zu vertiefen – oder sie überhaupt erst wieder herzustellen! Denn für immer weniger Kinder sind regelmäßige Natur- und Draußenerlebnisse regelmäßiger und fester Bestandteil ihres Alltags.

Eine wichtige Aufgabe der Naturpädagogik besteht somit darin, Menschen – insbesondere eben Kindern – Möglichkeiten für phantasievolle, forschende Naturbegegnungen zu ermöglichen. Ziel ist, die kindliche Neugierde zu aktivieren und auf spielerische Weise zu Interaktion mit der Natur anzuregen. Denn Naturbegegnungen fördern nicht nur die gesunde Entwicklung von Kindern, sondern ermöglichen auch aktives und forschendes Lernen.

2. Welche Methoden verwendet die Naturpädagogik?

Die Naturpädagogik stellt den Menschen als ganzheitliches Wesen in den Mittelpunkt: Dabei sollen stets mehrere Ebenen – Körper, Gefühl und Intellekt – angesprochen werden.

Die Natur mit allen Sinnen erfassen: Die Körpererfahrung gehört zu den Kernelementen naturpädagogischen Arbeitens. Dazu kann beispielsweise gehören, aus Naturmaterialien etwas mit den eigenen Händen zu bauen, oder aber Gerüche, Tiere, Pflanzen, Formen oder Farben des Waldes ganz bewusst wahrzunehmen.

Dabei soll Natur erlebt, verstanden und vermittelt werden, z.B. in Form von Erlebnisführungen, Naturerfahrungsspielen oder Waldspaziergängen mit naturpädagogischer Begleitung.

Naturpädagogik: Naturerfahrungen sammeln

3. Naturpädagogik Ausbildung

In Deutschland gibt es verschiedene Online- und Präsenzweiterbildungen, die die Fortbildung zur Naturpädagogin bzw. zum Naturpädagogen anbieten. Die Ausbildungsdauer ist – je nach Lehrgang, Schule und Veranstalter – unterschiedlich. Es gibt die Option, die Ausbildung berufsbegleitend bzw. als Fernstudium zu absolvieren.

Zu den Ausbildungsinhalten für Naturpädagog*innen gehört zum Beispiel Erkenntnisse aus Biologie und Umweltschutz zielgruppengerecht aufzubereiten, Betreuung von und Lernen in Gruppen, grundlegendes ökologisches und umweltpädagogisches Know-How, Veranstaltungen mit Naturfokus planen und durchführen, Spielideen rund um die Natur usw.

4. Naturpädagogik & Wildnispädagogik – Unterschiede & Gemeinsamkeiten

Aktiv draußen unterwegs zu sein und mit der Natur in Beziehung zu treten, sind die Basis für sowohl Wildnispädagogik als auch die Naturpädagogik. Beide Strömungen gehen davon aus, dass eigene Eindrücke und Erinnerungen ein intensiveres und nachhaltigeres Lernen ermöglichen, als abstrakte Theorien.

Naturwissen "vermitteln" vs. eigenmotiviertes Lernen

Dabei geht es jedoch in der Wildnispädagogik weniger darum, Menschen explizit „Naturwissen“ zu vermitteln. Wildnispädagog*innen sehen sich mehr als Begleiter*innen, die durch geschicktes Fragenstellen, gemeinsames Staunen und Forschen, durch Lernsettings mit hohem Aufforderungscharakter oder auch durch die Kraft von Geschichten zu intensivem, eigenmotiviertem Lernen und Erleben anregen.

Wildnispädagogik macht also vielmehr ein Angebot, von Tieren und Pflanzen selbst zu lernen und sich mit den Wesen draußen zu verbinden. Ganz gleich ob Pflanze, Tier, Wasser oder Stein – in der Wildnispädagogik geht es darum, die Beziehung mit der Natur zu entdecken und zu stärken, das „Wissen“ entsteht dabei ganz nebenbei – fast unbemerkt.

Kinder im Wald
Naturpädagogik Methoden
Naturpädagogik

Coyote-Teaching

Das sogenannte Coyote-Teaching spielt dabei eine große Rolle. Die „unsichtbare Schule der Wildnispädagogik“ kreiert freudvolles, selbstgeleitetes, ganzheitliches und nachhaltiges Lernen in der Natur – und fürs Leben. Ausgerüstet mit den spannenden „Werkzeugen“ der Wildnispädagogik kannst du selbstständig weitergehen, sowohl mit Blick auf deine eigene Weiterentwicklung, als auch im Hinblick auf deine Arbeit mit Menschen. Wildnispädagogik ist eine wunderbare Hilfestellung zu mehr Selbstwirksamkeit, Resilienz und nicht zuletzt zur Selbstermächtigung auf deinem ureigenen Weg in der Welt.

Naturpädagogik: Spielerisches Erfahren durch Erlebnispädagogik

Naturpädagogik hingegen zielt mehr auf ein spielerisches Erfahren nach Prinzipien der Erlebnispädagogik.
Erlebnispädagogik ist handlungsorientiert und möchte durch exemplarische physische, soziale und psychische Herausforderungen vor allem Kindern und Jugendlichen Lernerfahrungen ermöglichen, die ihre Persönlichkeitsentwicklung unterstützen. Dabei werden häufig Situationen oder Abenteuer mit Ernstcharakter kreiert, die den Teamgeist fördern und die Teilnehmenden eigene Grenzen erfahren lassen.

Wusstest du, dass Waldpädagogik ein Teil der Naturpädagogik ist?
In diesem Beitrag erfährst du mehr über Waldpädagogik, was man darunter versteht und wie sie arbeitet.

Häufige Fragen

Nein. Der Wildniswind Online-Lehrgang für Wildnispädagogik und tiefe Naturverbindung schließt mit dem Zertifikat zur Naturmentorin bzw. zum Naturmentor ab und ist ein wildnispädagogischer Lehrgang, der aber vereinzelt naturpädagogische Elemente enthält. Wenn du dich für Naturpädagogik interessierst und darüber hinaus noch tiefere Naturverbindung erfahren möchtest, ist Wildniswind genau das Richtige für dich. Insbesondere, wenn du schon Wald-, Wildnis- oder Naturpädagog*in, Erzieher*in, Sozialarbeiter*in oder Lehrer*in bist, kannst du in unserem Lehrgang viel Inspiration für deinen Arbeitsalltag sammeln! Auch wenn du bereits über viel Vorwissen verfügst, bietet Wildniswind dir umfangreiches Arten- und Methodenwissen, welches es in dieser Fülle in keiner Wald- oder Wildnispädagogik-Ausbildung in Deutschland gibt.

Naturbegegnungen fördern die gesunde Entwicklung von Kindern. In der Natur finden Kinder viele wertvolle Entdeckungs- und Erfahrungsräume, die mit ihren vielfältigen Reizen die Sinne, die Körperwahrnehmung und den Verstand anregen. Mit dem Wunsch der Kinder, ihre Erlebnisse zu ordnen und zu verstehen, wird aktives und dynamisches Lernen in dieser für sie begreifbaren Welt möglich. In diesem Sinne kann die Natur den Kinder – aber auch uns Erwachsenen – Lehrmeisterin für eindrucksvolles Entdecken und Wahrnehmen des Lebens sein.

In Deutschland bieten verschiedene Institute, Akademien und Schulen Fortbildungen zum Thema Naturpädagogik an. Die Ausbildungsinhalte variieren von Anbieter zu Anbieter, da es bundesweit kein allgemein verbindliches Regulatorium für die Ausbildung zum Naturpädagogen bzw. zur Naturpädagogin gibt.

Naturpädagoginnen und Naturpädagogen vermitteln Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen oder Senior*innen Wissen über die Natur auf spielerische Weise – und das zumeist draußen. Ob etwas aus Naturmaterialien bauen oder basteln; Gerüche, Farben oder Formen intensiv wahrnehmen – die Naturpädagogik zielt darauf ab, dass die Natur mit allen Sinnen erfahren werden kann.