Was ist „Wandering“ in der Wildnispädagogik?

Um draußen heimisch zu werden, müssen wir vor allem eins tun: Raus gehen! Darum spielt in der Wildnispädagogik sowie auch in unserem Jahreskurs das sogenannte „Wandering“ eine wesentliche Rolle. Doch was bedeutet Wandering eigentlich genau? Und wie funktioniert es?

Was ist Wandering?

Das so genannte „Wandering“ gehört zu den wichtigsten Kernroutinen der Wildnispädagogik. Wortwörtlich übersetzt bedeutet es so viel wie „zielloses Umherstreifen„. In Wahrheit ist es jedoch so viel mehr! Denn wenn du dir regelmäßig Zeit dafür einräumst, wird die Wandering-Routine deine Wahrnehmung für die Natur um dich herum öffnen, erweitern und verändern. Für viele Menschen gehören die Wandering-Erfahrungen der Wildnispädagogik zu den einprägsamsten, erstaunlichsten und überraschendsten Aspekten bei der Entstehung von Naturverbindung. 

Eichenblatt - Wandering
Baumrinde - Wandering
Haselkätzchen

Wie funktioniert Wandering?

Zielloses Umherstreifen in der Natur? Vielleicht macht dich diese Beschreibung etwas stutzig. Doch beim Wandering geht es nicht darum, von A nach B zu gelangen – und das womöglich auch noch möglichst schnell. Vielmehr dreht sich Wandering darum, dich draußen treiben und deinen Blick schweifen zu lassen. Trotzdem oder gerade deshalb bist du mit allen Sinnen präsent. Denn oft genug sind wir zwar draußen unterwegs, beschäftigen uns aber eigentlich schon längst mit den To-Dos des Tages oder verweilen gedanklich in den Geschehnissen von gestern oder letzter Woche. Dabei ist der Körper mehr oder weniger im Autopilot-Modus unterwegs. Erholsam oder erfüllend sind solche Draußen-Momente dann oft nicht.

Schenke dir bewusste Draußenzeit!

Wann warst du das letzte Mal draußen wirklich präsent und hast dich ganz auf die Natur und die Geschehnisse um dich herum fokussiert? Das Handy auf Flugmodus geschaltet und dich ganz bewusst dir und deiner Wahrnehmung gewidmet?

Das Wandering ist eine „balsamische Zeit“, bei der unsere Seele durchatmen und unser Geist sich klären kann. Wandering lässt uns ganz im Hier und Jetzt sein und dadurch auch ruhiger werden. Mit ein wenig Übung kann unser Gehirn dabei sogar in einen Alpha-Zustand gelangen. Sich mit Wandering bewusst Draußenzeit zu schenken, ist darum gerade in unserer heutigen komplexen Zeit unheimlich wertvoll. Hilf dir selbst dabei, deine Batterien wieder aufzutanken!

Mit Begeisterung Neues entdecken

Gleichzeitig wirst du beim Wandering unendlich viele kleine Dinge in der Natur entdecken, die dir vorher noch nie aufgefallen sind. Daraus entwickeln sich Fragen, denen du nachgehen kannst. Wieso finde ich so viele Federn und was ist hier passiert? Welcher Baum würde mir Nahrung, Medizin oder gutes Feuerholz schenken? Welche Spuren begegnen mir im Wald und welches sind die Spuren, die ich selbst hinterlasse?

Steine
Baum inmitten einer Wiese
(c) David Wege
Baumpilz

Du wirst merken, dass das Wandering auch deine Neugier für die Natur in deiner Umgebung entfacht. Denn oft sind es gerade die Dinge, die wir selbst erfahren dürfen, die Leidenschaft und Begeisterung entstehen lassen. Alles, was du auf diese Weise völlig selbstgesteuert lernst, ist intrinsisch motiviert, freudvoll und dadurch nachhaltig emotional verankert. Mit dem Wandering schenkst du dir darum nicht nur Draußenzeit, sondern auch ein Stück tiefe Naturverbindung. Denn schließlich sind es besonders die eigenen Abenteuer und Erfahrungen, die dich als Wildnispädagog*in oder Naturmentor*in authentisch machen.

Mache Draußen zu deinem zu Hause!

Aus dem Hamsterrad deines Alltags aussteigen und in der Natur Entschleunigung und Ruhe finden: Das ziellose Umherstreifen in der Natur ist ein Geschenk, das du dir selber machst. Bei Wildniswind ist Wandering auch ein wesentlicher Teil unseres Online-Lehrgangs für Wildnispädagogik und tiefe Naturverbindung. Dabei lernst du nicht nur, wie du Wandering bewusst im Alltag umsetzen kannst, sondern nutzt es auch aktiv als Wahrnehmungs- und Lernmethode während deiner gesamten Ausbildungszeit.

Hier kannst du mehr über unseren Lehrgang erfahren: