Wildnispädagogik

Ein Spinnennetz im Sonnenuntergang

Vom Einheimischwerden in der Natur

Hast du dich schon einmal gefragt, was Wildnispädagogik eigentlich bedeutet? In diesem Beitrag möchten wir dir etwas mehr darüber erzählen, was Wildnispädagogik ist, wie sie entstanden ist, was sie beinhaltet und was wir von ihr lernen können.

1. Was ist Wildnispädagogik?

Die Wildnispädagogik geht auf Lehrmethoden nativer Völker Nordamerikas zurück. Dort wird Lernen – und Leben – viel ganzheitlicher verstanden als in unserer westlichen Welt: Mit allen Sinnen, durch Vorbilder, durch die Kraft von Geschichten, durch inspirierendes Fragenstellen, durch eigene Erfahrung, durch Forschen und Fehlversuche knüpfen wir Verbindungen zu allen Aspekten der natürlichen Welt. In diesem Verständnis muss Natur gefühlt und erfahren werden, damit sie uns zugänglich wird.

Wildnispädagogik ist Naturverbindung

Das Herzstück der Wildnispädagogik liegt somit in einer tiefen, ganzheitlichen Naturverbindung, dem „Einheimischwerden“ in der Natur. Sie lädt uns dazu ein, uns wieder in die natürlichen Kreisläufe einzubinden. In dem so genannten „pantheistischen“ Weltbild ist alles mit allem verbunden. Diese tiefere Ebene zeichnet auch die Wildnispädagogik aus. Sie findet u.a. Ausdruck in der gelebten Dankbarkeit, Ritualen in der Natur, gemeinschaftsbildender Kreiskultur und dem Glauben daran, dass alle Wesen zu uns sprechen können, egal ob Pflanze, Feuer oder Stein. 

Wildnispädagogik heißt Naturverbindung schaffen
Eine rosa blühende Schafgarbe auf einer Wiese
Ein Grashalm auf einer Sommerwiese

„Wenn wir uns auf unseren wilden Weg machen, hat das das Potential unser Leben zu transformieren, unsere Sicht auf unsere Umgebung, die natürliche Welt und uns selbst zu verändern.“

MIRIAM SCHULZ,  GRÜNDERIN WILDNISWIND

2. Was können wir von der Wildnispädagogik lernen?

Wir alle sind Natur. In der lange Linie der Menschheitsgeschichte waren und sind wir stets auf vielschichtige und sehr lebenspraktische Weise mit der Natur verbunden. Diese alten Programme schlummern noch immer in unseren Genen. Es braucht oft nicht viel, um sie zu reaktivieren und wieder mit ihnen in Kontakt zu kommen.

Werkzeuge für Naturverbindung

Die Schicht zwischen unserer zivilisierten Welt und der sogenannten „Wildnis“ ist dünn. Wenn wir als Kind vielfältige Erfahrungen in der Natur sammeln konnten, fällt es uns meist leichter, unsere Verbindungen zur Natur zu reaktivieren. Aber selbst dann, wenn das nicht der Fall war, können wir neue, alte Pfade betreten und wieder in Verbindung gehen. Was wir erlernen können, sind Werkzeuge, die uns dabei unterstützen. Das „Naturmentoring“ nach Jon Young – synonym wird auch der Begriff Wildnispädagogik verwendet – enthält solche kraftvollen Werkzeuge für Naturverbindung. Unsere Kursteilnehmer*innen lernen, diese für sich selbst anzuwenden und sie dann in der Rolle als Mentor:in an andere Menschen weiterzugeben.

Abdruck eines Farnblattes auf einer braunen Lehmscheibe
Zaunkönig
Ein mächtiger Baum, der Betrachter blickt vom bemosten Stamm hinauf in die belaubte Krone

3. Was bedeutet Naturverbindung?

… und wie können wir als Wildnispädagog*innen oder Naturmentor*innen andere Menschen dabei unterstützen, sie wieder zu finden?

Ob Mensch, Pflanze oder Tier: Wir fühlen uns mit etwas verbunden, wenn wir eine Beziehung dazu haben, wenn wir es kennen. In unseren wildnispädagogischen Lehrgängen vermitteln wir kraftvolle Werkzeuge, die Menschen dabei helfen, mit der natürlichen Welt ihrer Umgebung vertraut zu werden, damit in Beziehung zu treten und sich draußen wieder mehr zuhause zu fühlen, eines dieser Werkzeuge ist das sogenannte Wandering. In unserer Erfahrung sind aber auch das Artenstudium und die praktische, ganzheitliche Auseinandersetzung mit den Lebewesen dort draußen ein Schlüssel zu tiefer Naturverbindung. Wie auch jedes wilde Lebewesen mit verschiedensten anderen Arten interagiert, so lernen unsere Teilnehmer*innen von Woche zu Woche mehr, sich in dieses Netz des Lebens einzubinden. Am Ende der wildnispädagogischen Ausbildung hören wir oft, dass sie eine Verbundenheit mit Tieren, Pflanzen und der Erde spüren, die sie nicht für möglich gehalten hätten.

Hol dir Inspiration von Menschen, die ihre Liebe zur Natur bereits mit uns leben! In unseren Teilnehmer*innenstimmen kannst du viel darüber erfahren, wie Menschen, die unseren Kurs bereits absolviert haben, sich mit der Natur in ihrer Umgebung verbunden haben:

4. Wer kann eine Wildnispädagogik-Ausbildung machen?

Welche Menschen kommen zu uns kommen und welche Fragen sie haben, ist ganz unterschiedlich. Manche Teilnehmer*innen möchten mehr über Wildpflanzen oder Survivaltechniken lernen. Andere haben Sehnsucht danach, zu einem ursprünglicheren Leben zurückzufinden, weil sie ihr modernes Leben nicht mehr satt macht. Die beruflichen Hintergründe unserer Teilnehmer*innen sind bunt: Da ist die IT-Fachfrau, die sich wieder mehr erden möchte, genauso wie der Biologielehrer, der zwar viel Wissen hat, aber nicht weiß, wie er es ganzheitlich an seine Schüler*innen  weitergeben kann. Die Waldkita-Erzieherin, die das Gelernte direkt in ihrer Einrichtung anwenden kann, genau wie Eltern, die sich gemeinsame Naturerfahrung mit ihren Kindern wünschen.

Wie läuft die Wildnispädagogik-Ausbildung ab?

Unsere Lehrgangs-Teilnehmer*innen lernen ihre heimische Natur tiefer kennen. Dazu gehört etwa das Bestimmen und Verwenden heimischer Wildpflanzen, die Schulung der Sinne, dass Erlernen alter Handwerkstechniken, das Feuermachen, Survivaltechniken, Spurenlesen oder Vogelsprache. Während ihrer Weiterbildung – egal ob in Präsenz oder online – verbringen sie viel Zeit draußen in der Natur, indem sie ihre Umgebung erkunden. Sie erwerben umfangreiche Arten- und Methodenkenntnisse und sind nach dem Jahr in der Lage, selbstständig Gruppen in der Natur zu leiten oder sich eine eigene Selbstständigkeit aufzubauen.

Die Gemeinschaft der Gruppe in der Wildnispädagogik

Die Gemeinschaft der Gruppe hat vor allem in den Wildnispädagogik-Präsenzkursen einen großen Stellenwert. Die Teilnehmer*innen erlernen Techniken, die eine Gruppe zusammenwachsen lassen, wie wir auch Konflikte wertschätzend kommunizieren und Gruppendynamiken steuern können. Das persönliche Wachstum jedes Einzelnen und die Selbsterfahrungsanteile sind in der Wildnispädagogik gewollt und willkommen. Hier lernen die Teilnehmer*innen in ihr eigenes Herz hineinzulauschen, in einer Gemeinschaft ihren Platz zu finden und sich hier wohl und aufgehoben zu fühlen.

5. Wildnispädagogik online - geht das überhaupt?

Das Online-Format hat andere Vorteile, denn alle Inhalte kommen wöchentlich ins Haus geflattert, man muss nirgendwo hinreisen und das Lernen und Naturerleben kann ganz leicht in den eigenen Alltag integriert werden. In unserer Erfahrung ist das für viele Menschen sehr wohltuend und stressfrei und sie können so ihren familiären und privaten Aufgaben und Verpflichtungen besser gerecht werden.

Darüber hinaus ist unser Online-Lehrgang für Wildnispädagogik und tiefe Naturverbindung ein inklusives Angebot. Das heißt, dass auch Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen daran teilnehmen können. Für viele Menschen ist die Teilnahme an einer Präsenzveranstaltung aufgrund motorischer Handicaps oder psychischer Belastungen, wie z.B. einer Sozialphobie,  Angststörung oder Depression sehr herausfordernd bzw. unmöglich und der Zugang zu Naturmentoring und Wildnispädagogik bliebe ihnen auf diese Weise versperrt. Es ist uns ein großes Anliegen, allen Menschen unterschiedslos ein liebevolles, wildnispädagogisches Angebot zu machen.

Es ist sehr berührend mitzuerleben, auf welch wunderbare Weise unsere Teilnehmer:innen mithilfe unseres Online Lehrgangs für Wildnispädagogik und tiefe Naturverbindeun in die Natur vor ihrer Haustür eintauchen, sich dort auf ihre ureigene Weise verbinden und dort heimisch werden.

Eine Eierschale auf der offenen Handfläche

6. Wildnispädagogik - die Natur als Lehrerin

Die Natur kann uns letztlich zu uns selbst führen. Wir erfahren uns draußen immer wieder neu, kommen an unsere Grenzen und lernen, entlang unserer Grenzen zu wachsen. Sei es in Survivalsituationen, beim Spurenlesen, im Umgang mit Pflanzen oder bei der Persönlichkeitsentwicklung. Jede Richtung der Wildnispädagogik – Jon Young nennt es die acht Schilde öffnet uns neue Türen.

So kann sie z.B. das Fährtenlesen anfühlen wie eine intime Begegnung mit dem Land und den Wesen, mit denen ich sie teile. Natur ist so vielgestaltig, je nach Boden und Tier- und Pflanzenarten, die dort vorkommen. Es ist etwas unfassbar Wohltuendes in unserer schnellen Welt, ohne Zeit und Ziel im Wald umher zu stromern. Dort draußen gibt es immer neue Geschichten und Rätsel zu entdecken. Die wunderbare Weite von Feldern und Wiesen hier gibt es den ungefilterten Kontakt mit Wind, Sonne und Regen. Das kann uns ein wunderbares Gefühl von Lebendigkeit und Freiheit vermitteln.

Ein direkter Rückfluss an Informationen über das Land auf dem wir leben, wird dadurch möglich. Wildnispädagogik lädt uns ein, sowohl ganz praktisch, sinnlich und kognitiv, als auch emotional und spirituell mit unseren Mitgeschöpfen in Verbindung zu gehen. Diese Wesen dort draußen sind unsere eigentlichen Lehrer*innen und wir lernen wieder, uns an dieser Quelle anzudocken und eigene Erfahrungen zu machen.

Draußen zu Hause sein: Naturverbindung durch Natur

Sich draußen zuhause zu fühlen, können wir lernen, indem wir rausgehen, unsere Wahrnehmung öffnen und eigene Erfahrungen machen. Wildnispädagogik hilft uns dabei, unsere grüne Nachbarschaft kennen zu lernen: Sie lehrt uns, welche Pflanzen wir im Salat essen können, welche als Tee trinken, und welche wir zur Versorgung einer Wunde verwenden können.⁣Wir lernen gute Zunderpflanzen kennen, um unser Feuer zu entfachen und wir wissen, wo wir sie finden.⁣ Wir entdecken, dass die Spuren unten am Hang zu der Füchsin gehören, die in ihrem Bau drüben im Wäldchen im Frühjahr vier Junge großgezogen hat. Draußen zuhause zu sein bedeutet, zu wissen, wer um dich herum lebt, wie deine wilden Nachbarn ihren Alltag gestalten und wie du mit ihnen und sie mit dir in Beziehung treten können.

7. Wie kann ich Wildnispädagogik im Alltag anwenden?

Wildnispädagogik und Naturverbindung hat dir viel zu schenken, denn du wirst dich mit der Zeit eingewoben fühlen in ein großes Netzwerk von wilden Wesen – direkt vor deiner Haustür und wo immer du bist. All dies kannst du für dich selbst erleben, es mit deinen Liebsten teilen oder es an andere Menschen weitergeben. Wildnispädagogik lehrt die Einfachheit, die Rückkehr zum Ursprünglichen, das Kennenlernen natürlicher Ressourcen und Wege, wie wir in unseren Gemeinschaften wieder in einen Frieden kommen könnten. Naturverbindung kann eine Eintrittspforte in diese gute, einfache Welt sein, denn sie hilft uns Dankbarkeit zu fühlen, unserer Neugier und Leidenschaft zu folgen, in unseren Körper zu kommen, auf innere und äußere Spurensuche zu gehen und nicht zuletzt unsere eigene Gabe in die Mitte der Gesellschaft zu tragen. Wildnispädagogik kann dich lehren einfache, nützliche Dinge herzustellen und erinnert dich an Bedürfnisse, die vielleicht lange von der Suche nach Sinn im Außen überlagert waren.

Wenn du beruflich im pädagogischen Kontext arbeitest, z.B. in einer Wald-Kita, helfen dir die Methoden der Wildnispädagogik dabei, Naturverbindung zu vermitteln.

Was macht Natur pädagogisch so interessant?

Wahrscheinlich, dass sie eben nicht pädagogisch ist! Wir bewegen uns viel in einer menschengemachten Welt, in der alles, was wir berühren, lernen und machen vorausgedacht, produziert, gestaltet, geplant, geleitet, erklärt, gerade gerückt, geglättet… ist. Gerade deswegen ist das Ungestaltete dort draußen eine große Einladung.

Ehrliche Rückmeldungen aus der Natur

Denn die Natur ist immer ehrlich, offen, direkt, unpädagogisch – und dabei doch die große Schule des Lebens. Wir können uns in diesem Freiraum bewegen, ausprobieren, unsere Fähigkeiten entwickeln. Wir bekommen ehrliche, ungefilterte Rückmeldungen: Sind wir zu laut, verstecken die Tiere sich. Gehen wir nicht achtsam mit einer Brennnessel um, verbrennt sie unsere Haut. Springen wir in die Pfütze, werden wir nass. Das ist ganz direkte Welterfahrung, ohne dass dazu erst ein Lernspielzeug gekauft oder eine Unterrichtseinheit vermittelt werden müsste. 

Mit allen Sinnen eintauchen

Mit allen Sinnen in die Natur einzutauchen, sich auszutoben, seine Instinkte zu wecken, seine Geschicklichkeit zu schulen, zu forschen, mit den Händen zu begreifen, mit dem Körper zu erleben, erschafft eine tiefe Verbundenheit mit der Natur und damit auch mit uns selbst.

Wenn wir uns vor dem Wilden behüten und abschotten, werden wir zerbrechlich, glatt und fremd dort draußen. Dabei ist es der Ort, von dem wir alle kommen. Wir gehören in die Natur, zu dem was wächst und atmet und fühlt und vergeht, so wie wir. Diese Unmittelbarkeit und Verbundenheit in die Bildungsarbeit mit Menschen zu integrieren und erfahrbar zu machen, ist ein großes Anliegen der Wildnispädagogik.

Paula Roesch, Gründerin von Wildniswind

Ihre Methoden heben sich dabei oft sehr von unserer westlichen Art zu lehren und zu lernen ab. Gerade die Schule des Lebens, das Wachsen durch Alltägliches und das Fühlen der Verbundenheit zu Tieren, Pflanzen, den Elementen, einander und uns selbst darf wieder in unsere Bildungsinstitutionen einziehen. Durch das Coyote Teaching in der Wildnispädagogik lernen wir freudvoll und selbstgeleitet. Diese unsichtbare Schule kann uns auch zu tiefen Fragen an das Leben führen und hilft uns wach, lebendig und berührbar zu sein.

Ein geflochtendes Band aus grünen Gräsern
Drei junge Farnpflanzen im Wald
Selbstgeschnitzte Löffel

8. Wildnispädagogik & Kulturelle Aneignung

Heute fragen – zurecht – viele Menschen danach, ob Wildnispädagogik sich kulturelles Eigentum indigener Kulturen zu eigen gemacht hat. Dieses sensible Feld der sogenannten „kulturellen Aneignung“ hat unsere Arbeit in vielerlei Hinsicht verändert, denn die Auseinandersetzung mit Kolonialisierung und deren Auswirkungen bis in die heutige Zeit, geht uns alle an.

Tom Brown und Jon Young haben – unter Mitwirkung verschiedener indigener Lehrer*innen und deren kultureller Hintergründe – die Wildnispädagogik nach Europa gebracht. Die Intention und Motivation ihres Wirkens war und ist es, das indigene Wissen den kommenden Generationen zugänglich zu machen. Die Lehrer*innen wurden zur Weitergabe dieses Wissens ermutigt und initiiert. Das indigene Wissen sollte ausdrücklich – insbesondere an die Kinder der westlichen Welt – zum Wohle aller Nationen und aller nachfolgenden Generationen weitergegeben werden.

Möchtest du mehr über die Wurzlen der Wildnispädaogik erfahren? In unseren FAQs kannst du viele Infos über die Entstehung der Wildnispädagogik und ihre Gründer*innen nachlesen.

Steine

Kulturelles Erbe & Transparenz in der Wildnispädagogik

Um das kulturelle Erbe und die Wurzeln der Wildnispädagogik zu ehren, ist es uns wichtig, immer zu sagen, wo unser Wissen herkommt. Wir teilen in unserem Lehrgang für Wildnispädagogik und tiefe Naturverbindung keine Lieder indigenen Ursprungs und benennen stets die Quellen, wenn Dinge nicht unseren persönlichen Erfahrungen in der Natur entspringen.

Wildnispädagogik ist für uns ein stetiger Auftrag, uns und unsere Arbeit zu reflektieren und die Menschen, von denen wir (auch über Dritte) lernen durften zu respektieren, zu ehren und auch finanziell etwas zurückzugeben. Nicht zuletzt muss es heute auch darum gehen, uns mit unseren eigenen Wurzeln, Geschichten, Liedern und kulturellen Hintergründen zu verbinden. Insofern wird die Wildnispädagogik immer im Fluss sein, so wie auch in der Natur alles stetiger Wandel ist.

Wir danken all denen, die ihr Wissen beigetragen haben, um uns alle als Menschheit wieder mehr mit der der Natur, miteinander und uns selbst zu verbinden. 

FAQS

Das Herzstück der Wildnispädagogik liegt in einer tiefen, ganzheitlichen Naturverbindung, dem „Einheimischwerden“ in der Natur. Sie lädt uns dazu ein, uns wieder in die natürlichen Kreisläufe einzubinden. Diese Unmittelbarkeit von Naturerfahrungen und tiefe Naturverbundenheit in die Bildungsarbeit mit Menschen zu integrieren und erfahrbar zu machen, ist ein großes Anliegen der Wildnispädagogik.

Die Wildnispädagogik – wie sie heute in Wildnisschulen verstanden, gelebt und gelehrt wird – leitet sich aus der, aus den USA stammenden „Wilderness Education“ ab. Die wohl auch in Deutschland bekanntesten weißen Lehrer dieser „Wilderness Education“ sind Tom Brown Jr. und Jon Young. Tom Brown Jr. wurde ab einem Alter von 10 Jahren von dem Ältesten Stalking Wolf in Wildniswissen, Survival-Techniken und der „Philosophie der Erde“ unterrichtet. Stalking Wolf, geboren in den 1870er Jahren, gilt als Gründervater der Wildnispädagogik. Er wuchs in den Bergen im Norden Mexikos auf und gehörte dem Stamm der Lipan Apachen an und wurde gemäß der Tradition seines Stammes zum Scout und Schamanen erzogen und ausgebildet.

Sein Schüler Tom Brown Jr. wird in den Vereinigten Staaten seit Jahrzehnten als einer der berühmtesten Fährtenleser bezeichnet. 1978 gründete er die „Tom Brown Jr.`s Tracker School“ und gibt dort bis heute sein Wissen an seine Schüler weiter. Die Tracker School gilt als die erste Wildnisschule überhaupt. Alle Geschichten über das Wirken von Großvater Stalking Wolf, wurden von Tom Brown überliefert. Bevor er seine Schule gründete, wanderte er 10 Jahre lang durch das ganze Land, um sein Wissen und seine Fähigkeiten zu erproben.

In Jon Young (geb. 1960) fand Tom seinen ersten Schüler, an den er sein gesamtes Wissen im Laufe von 8 Jahren weitergab. Gemeinsam mit Ingwe gründete Jon 1984 die Wilderness Awareness School (USA) und später das 8-Shields Institute. Ingwe wurde 1914 in Kenia geboren und hatte Eltern britischer Abstammung. Er lernte bei Kriegern des benachbarten Akamba Stammes, welche ihn später in den Stamm initiierten.

In der„Wilderness-Awareness-School“, kumulierte sich das Wissen von Stammesältesten der Ureinwohner Nordamerikas mit dem anderer Naturvölker auf der ganzen Welt, denn im Laufe der Zeit ließen viele andere Lehrer Jon an ihrem Wissen teilhaben. Darunter befanden sich u.a. der Lakota-Medizinmann Gilbert Walking Bull, der Mohawk-Häuptling Jake Swamp und seine Frau Judy sowie der Odawa-Peacemaker Paul Raphael. Die Lehren ihrer Völker flossen ebenso in das von Jon entwickelte Modell der acht Schilde ein, wie auch neuste Erkenntnisse aus der Forschung der Neurobiologie. Jon Youngs Ansatz verbindet damit altes Wissen mit einer neuen Zeit und damit inspirierte er ab den frühen 2000 Jahren auch viele Wildnisschulen in Europa. In den Jahren 2004 bis 2008 reiste Jon regelmäßig nach Deutschland und gab sein Wissen in den sogenannten „Art of Mentoring“ Kursen an die Wildnisschulenleiter weiter. Noch heute steht er im engen Kontakt mit den europäischen Wildnisschulen sowie dem Nature Culture Network – einer Tochter des 8 Shields Institutes – im UK.

Uns selbst nicht als getrennt von Natur wahrzunehmen, sondern als Teil von ihr, verändert unsere Sicht auf die Welt. Das wiederum beeinflusst unser tägliches Handeln und macht unser Herz weich und voller Mitgefühl für andere Wesen und uns selbst. Naturverbindung ist keine Einbahnstraße. Wenn wir uns einlassen und wirklich in Beziehung treten, erkennen wir, dass wir eine große Gemeinschaft sind, in der jedes Wesen seine Aufgabe und seinen Platz hat. Natur wertet nicht. Ein starkes Gefühl von Verbundenheit kann uns auch durch die Stürme unseres Lebens tragen und uns helfen, uns immer wieder positiv auszurichten und Vertrauen in das Leben selbst zu haben.

Wir nehmen die Natur oftmals als nicht beseelt wahr und benutzen sie einfach nur, um unsere Bedürfnisse zu stillen. Wir sind uns zu wenig bewusst, dass die Ressourcen endlich sind, wenn wir nichts zurückgeben. Da greift unsere menschliche Weitsicht oft zu kurz. Wenn wir auf die drängenden Aufgaben schauen, die anzugehen wir den kommenden Generationen schuldig sind, sehen wir die Welt anders, wenn wir uns in der Tiefe unseres Seins mit unseren Mitwesen verbunden fühlen. Dann werden wir mutig und voller Vertrauen dem entsprechend handeln.

Wildnisschulen haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Menschen wieder stärker mit der Natur, miteinander und mit sich selbst zu verbinden. Sie lehren die Einfachheit, die Rückkehr zum Ursprünglichem, das Kennenlernen natürlicher Ressourcen und zeigen Wege auf, wie wir in unseren Gemeinschaften in den Frieden kommen könnten.

Dabei spielt die Persönlichkeitsentwicklung der Kursteilnehmenden eine große Rolle, denn nur wenn wir uns in uns selbst sicher und geborgen fühlen, können wir dies auch in unseren Gemeinschaften spüren. Naturverbindung kann eine Eintrittspforte in diese gute einfache Welt sein, denn sie hilft uns Dankbarkeit zu fühlen, unserer Neugier und Leidenschaft zu folgen, in unseren Körper zu kommen, auf innere und äußere Spurensuche zu gehen, unsere Gaben zu erkennen, sie in die Mitte der Gemeinschaft zu bringen uvm.

Durch die Anbindung an eine naturverbundene Community fühlen Menschen sich oft wieder gehalten und getragen und plötzlich wird Konsumieren überflüssig. Sie lernen einfache, nützliche Dinge herzustellen und erinnern sich an Bedürfnisse, die vielleicht lange von der Suche nach Sinn im Außen überlagert waren.

Wildnispädagogik hat viele Schichten und gleichzeitig kommt sie mit wenig Equipment aus. Wir brauchen keine teure Ausrüstung, um draußen heimisch zu werden, denn die Erde selbst, stellt uns alles zur Verfügung was wir brauchen. Durch diese Erfahung können wir auch ein spirituelles Feld betreten, müssen das aber nicht. In unserer Erfahrung ist jede*r genau richtig wie sie/er ist. Manche Menschen fühlen sich mehr von der handwerklichen, praktischen Seite der Wildnispädagogik angezogen, andere von der feinstofflicheren oder auch vom Gemeinschaftsaspekt. Jede*r kann den Zugang wählen, die ihm/ihr leicht fällt. In einer Gemeinschaft sind alle Anteile und Gaben wichtig.

Ja, das ist möglich. Naturverbindung online zu erfahren, kann dir sogar viele Vorteile bieten: Du lernst in deinem eigenen Tempo, musst für deine Ausbildung nirgendwo hinreisen und kannst die Naturerfahrungen direkt in der Natur vor deiner Haustür sammeln.

Jein. Der Begriff „Ausbildung“ bezieht sich in Deutschland auf die Vermittlung von Fertigkeiten und Wissen über bestimmte, hierzulande anerkannte Ausbildungsberufe. Die Wildnispädagogik gehört nicht zu diesen Ausbildungsberufen. Daher sprechen wir in Bezug auf unseren Kurs von einem Lehrgang, nicht von einer Ausbildung. Das bedeutet allerdings nicht, dass du Wildnispädagogik nicht erlernen und in beruflichen Kontexten für dich nutzen kannst. Viele unserer Windies nutzen ihr im Kurs erworbenes wildnispädagogisches Wissen im beruflichen Kontext weiter, z.B. in ihrer Arbeit als Erzieher*innen, Pädagog*innen oder Therapeut*innen.

Was ist „Wandering“ in der Wildnispädagogik?

Farn im Wald - Wandering

Um draußen heimisch zu werden, müssen wir vor allem eins tun: Raus gehen! Darum spielt in der Wildnispädagogik sowie auch in unserem Jahreskurs das sogenannte „Wandering“ eine wesentliche Rolle. Doch was bedeutet Wandering eigentlich genau? Und wie funktioniert es?

Was ist Wandering?

Das so genannte „Wandering“ gehört zu den wichtigsten Kernroutinen der Wildnispädagogik. Wortwörtlich übersetzt bedeutet es so viel wie „zielloses Umherstreifen„. In Wahrheit ist es jedoch so viel mehr! Denn wenn du dir regelmäßig Zeit dafür einräumst, wird die Wandering-Routine deine Wahrnehmung für die Natur um dich herum öffnen, erweitern und verändern. Für viele Menschen gehören die Wandering-Erfahrungen der Wildnispädagogik zu den einprägsamsten, erstaunlichsten und überraschendsten Aspekten bei der Entstehung von Naturverbindung. 

Eichenblatt - Wandering
Baumrinde - Wandering
Haselkätzchen

Wie funktioniert Wandering?

Zielloses Umherstreifen in der Natur? Vielleicht macht dich diese Beschreibung etwas stutzig. Doch beim Wandering geht es nicht darum, von A nach B zu gelangen – und das womöglich auch noch möglichst schnell. Vielmehr dreht sich Wandering darum, dich draußen treiben und deinen Blick schweifen zu lassen. Trotzdem oder gerade deshalb bist du mit allen Sinnen präsent. Denn oft genug sind wir zwar draußen unterwegs, beschäftigen uns aber eigentlich schon längst mit den To-Dos des Tages oder verweilen gedanklich in den Geschehnissen von gestern oder letzter Woche. Dabei ist der Körper mehr oder weniger im Autopilot-Modus unterwegs. Erholsam oder erfüllend sind solche Draußen-Momente dann oft nicht.

Schenke dir bewusste Draußenzeit!

Wann warst du das letzte Mal draußen wirklich präsent und hast dich ganz auf die Natur und die Geschehnisse um dich herum fokussiert? Das Handy auf Flugmodus geschaltet und dich ganz bewusst dir und deiner Wahrnehmung gewidmet?

Das Wandering ist eine „balsamische Zeit“, bei der unsere Seele durchatmen und unser Geist sich klären kann. Wandering lässt uns ganz im Hier und Jetzt sein und dadurch auch ruhiger werden. Mit ein wenig Übung kann unser Gehirn dabei sogar in einen Alpha-Zustand gelangen. Sich mit Wandering bewusst Draußenzeit zu schenken, ist darum gerade in unserer heutigen komplexen Zeit unheimlich wertvoll. Hilf dir selbst dabei, deine Batterien wieder aufzutanken!

Mit Begeisterung Neues entdecken

Gleichzeitig wirst du beim Wandering unendlich viele kleine Dinge in der Natur entdecken, die dir vorher noch nie aufgefallen sind. Daraus entwickeln sich Fragen, denen du nachgehen kannst. Wieso finde ich so viele Federn und was ist hier passiert? Welcher Baum würde mir Nahrung, Medizin oder gutes Feuerholz schenken? Welche Spuren begegnen mir im Wald und welches sind die Spuren, die ich selbst hinterlasse?

Steine
Baum inmitten einer Wiese
(c) David Wege
Baumpilz

Du wirst merken, dass das Wandering auch deine Neugier für die Natur in deiner Umgebung entfacht. Denn oft sind es gerade die Dinge, die wir selbst erfahren dürfen, die Leidenschaft und Begeisterung entstehen lassen. Alles, was du auf diese Weise völlig selbstgesteuert lernst, ist intrinsisch motiviert, freudvoll und dadurch nachhaltig emotional verankert. Mit dem Wandering schenkst du dir darum nicht nur Draußenzeit, sondern auch ein Stück tiefe Naturverbindung. Denn schließlich sind es besonders die eigenen Abenteuer und Erfahrungen, die dich als Wildnispädagog*in oder Naturmentor*in authentisch machen.

Mache Draußen zu deinem zu Hause!

Aus dem Hamsterrad deines Alltags aussteigen und in der Natur Entschleunigung und Ruhe finden: Das ziellose Umherstreifen in der Natur ist ein Geschenk, das du dir selber machst. Bei Wildniswind ist Wandering auch ein wesentlicher Teil unseres Online-Lehrgangs für Wildnispädagogik und tiefe Naturverbindung. Dabei lernst du nicht nur, wie du Wandering bewusst im Alltag umsetzen kannst, sondern nutzt es auch aktiv als Wahrnehmungs- und Lernmethode während deiner gesamten Ausbildungszeit.

Hier kannst du mehr über unseren Lehrgang erfahren: 

Wie alles begann – Die Wildniswind-Gründungsgeschichte

Fuchswelpen

Wenn wir zurückblicken, reiben wir uns manchmal die Augen und staunen selber darüber, wie Wildniswind begann: Eine Pandemie, ein kleines Online-Projekt und zwei Menschen, die ihre Verbindung und Leidenschaft für die Natur teilen. Hier erfahrt ihr, wie Wildniswind Wurzeln schlug und schließlich Flügel bekam.

Alles begann im März 2020, dem ersten Coronajahr. Während wir alle von immer neuen Nachrichten überrollt wurden, die Kitas und Schulen schließen mussten, gab es im Netz plötzlich eine Welle schöner Angebote, um die Zeit zu überbrücken. Auf einmal entstanden da so viele kreative Dinge und Projekte und viele Leute wollten helfen und ermutigen!

Ich, Miriam, grübelte und fragte mich, was denn vielleicht mein Beitrag in dieser Zeit sein könnte? Und so startete ich kurzerhand ein kleines, kostenloses Online-Natur-Projekt für meine Kita-Kinder und ihre Eltern.

Pandemie-Post von Fuchs, Hase und Miriam

Post von Fuchs und Hase hieß mein kleines Mentoring-Programm und wöchentlich gab es nun für die Zeit des Lockdowns Briefe per Mail von den beiden Protagonisten. Sie erzählten ihre Geschichten aus Wald und Wiese, berichteten davon, wie sie Baumperlen fanden, ihre Nachbarin, die Knoblauchrauke kennenlernten und der Elster beim Eierklauen zusahen. Wöchentlich gab es kleinen Aufgaben und Aufträge rund um die Themen Spurenlesen, Säugetiere, Vögel, Pflanzen, Handwerklichem und vieles mehr. Naturverbindung für die ganze Familie sozusagen, in einer Zeit, in der gemeinsame Draußenzeit so wunderbar möglich (und erlaubt) war.

Journalvorlagen von Paula

Ich erinnere mich noch genau an den Morgen auf meiner Hunderunde, als ich Paula auf Instagram eine Sprachnachricht schickte; „Paula, ich brauch dich“, sagte ich und erzählte ihr von meinem Projekt und den kleinen Journalvorlagen für die Kinder, die ich erstellt hatte. Ihr ahnt es vielleicht schon: Meine eigenen Zeichnungen waren wirklich alles andere als schön und ich fragte Paula, ob sie denn nicht Lust habe, die Zeichnungen zu machen. Einfach so. Paula war begeistert – und wollte! Von nun an flatterten Zeichnungen und Ideen zwischen unseren Emailpostfächern hin und her, dass es eine Freude war. Es war so ein schöner Flow mit ihr! Wie konnten wir die Briefe noch schöner machen, sodass die Kinder und Eltern gut mit ihnen arbeiten, lernen und entdecken konnten?

Wie unsere Community entstand

Dann ging alles ganz schnell: Dreimal auf Instagram und Facebook geteilt, hatten wir plötzlich fast 600 Menschen in unserem E-Mail-Verteiler, die sich über die Fuchs- & Hasenpost freuten. Das war fantastisch und beflügelte unseren kreativen Flow. Mit Paula, die ein Genie im Erstellen und Organisieren von Emails ist, hatten wir plötzlich ein gut umsetzbares Online-System aufgesetzt, das auch noch schön aussah! Die kommenden Wochen flogen nur so dahin. WhatsApp wurde zur kreativen Bühne unserer Arbeit. Morgenmeetings um 6 Uhr auf der Hunderunde waren genauso an der Tagesordnung wie Gedankensplitter und Sprachnachrichten mitten in der Nacht. Und, ich sag euch, es machte soooo viel Spaß!

Und das Schönste daran: Die Fuchs- und Hasenpost brachte die Eltern und Kinder tatsächlich raus! In den Wald, auf ihre Dorfwiese, in den Park, an den Fluss. Wir waren happy! Viele schöne Fotos von wilden Kindern erreichten uns, was für eine Freude!

Von der Idee, Naturmentor*innen auszubilden

Irgendwann war das Ende des Lockdowns abzusehen und ich weiß noch, wie ich am Karfreitag um 8 Uhr morgens an meinem Sitzplatz im Wald saß und nach einer Stunde mein Handy anschaltete. „Komm, Mi, wir machen weiter!“ sagte Paula. „Es ist toll zusammen zu arbeiten, es macht Spaß und es ist eine wirklich gute Sache. Hast Du Lust?“. Tja, was soll ich sagen: Ich hatte Lust! Nur wie?

Schnell war uns klar, dass Erwachsene eine Schlüsselrolle in dem Ganzen haben mussten, denn Kinder können nun einmal oft noch nicht lesen und sie brauchen Mentoren, die den Weg gemeinsam mit ihnen gehen. Und da war sie dann, die Idee, Naturmentor*innen auszubilden! Das war die Geburtsstunde von Wildniswind!

Wie ein Kurs entsteht …

Rückblickend kann ich heute immer noch nicht ganz glauben, dass wir das gemacht haben! Wir begannen Wildniswind zu planen, Materialien zu entwerfen, zu schreiben, zu zeichnen und in eine Form zu gießen, die es den Teilnehmer*innen leicht machen sollte zu lernen, zu entdecken, auszuprobieren und vor ihrer eigenen Haustür einheimisch zu werden! Die Zeichen waren da, das Universum sagte beständig „yes“ und so schrieben wir den Kurs aus. „Weißte, Mi, wenn wir das auch nur für vier Teilnehmer machen werden, dann ist es trotzdem super! Wir lernen selber so viel dabei“, sagte die weise Paula und sie hatte Recht. Mein Herz klopfte und ich wollte das Projekt mit ihr in die Welt bringen. Irgendwie gab es schon lange kein Zurück mehr.

Kurz danach rief ich David an und sagte: „Hör mal, willst du dabei sein bei Wildniswind? Wir brauchen gute Fotos und es wäre doch wunderbar, wenn deine Bilder so in die Welt hinausflattern würden, oder?“ Und wieder: YES. David war dabei!

Fortan schrieben wir uns die Finger wund, Paula zeichnete und layoutete was das Zeug hielt und David kramte in seinen Archiven und begann speziell für unser Projekt Fotos zu schießen. Ruckzuck hatten wir die ersten Buchungen und es ging los. Multiplikator*innen aus allen Tätigkeitsfeldern der sozialen Arbeit interessierten sich für Wildniswind. Aber ebenso Menschen, die selber wieder mehr verwildern und sich verbunden fühlen wollten. Es war so schön, auf welchen Wegen sie zu uns fanden und der Sommerclan 2020 wurde unsere erste Gruppe.

… und wie es weitergeht

Fast eineinhalb Jahre Liebe, viel Arbeit, Herz, Erfahrung, Know-How und Committment sind in Wildniswind geflossen. Und die, die unseren Kurs belegt haben, haben uns das wunderbarerweise so oft gespiegelt. Wir sind so glücklich, dass das so ist. Die ersten Absolvent*innen haben ihr wildes Jahr schon abgeschlossen und wir sind so stolz auf euch! Es braucht schon was, um ein Jahr lang dran zu bleiben. Aber wir können euch versichern, es macht so viel Spaß!

Unsere Windies

Inzwischen gibt es einen richtigen Wildniswind-Tribe und trotz der Virtualität entstehen liebevolle Verbindungen zwischen Menschen. An vielen Orten in Deutschland, Österreich, der Schweiz und anderen europäischen Ländern sind Windies auf ihren wilden Pfaden unterwegs. Streunern, ernten Pflanzen, entdecken die Qualitäten von Bäumen, finden Spuren und lauschen tief in ihr eigenes Herz und ihre Sinne hinein. An unserem virtuellen Lagerfeuer lauschen wir ihren Geschichten, rätseln gemeinsam und nehmen Anteil an Erlebtem. Auch auf Instagram erreichen uns jeden Tag Stories von Teilnehmer*innen und wir freuen uns riesig darüber, diese auch wieder zu reposten. Denn so werden auch unsere (teils schon mit eigenen Projekten selbstständigen) Windies bekannter und bekommen Anerkennung und Reichweite. In manchen von ihnen ist über das Jahr der Wunsch gekeimt, selber Kurse zu geben. Wie schön! Viele Naturmentor*innen und Geschichtenerzähler*innen braucht die Welt.

Wir danken unseren vielen tollen Teilnehmer*innen für ihre Unterstützung und die liebevollen Empfehlungen von ganzem Herzen! Alles ist mit allem verbunden.

Herzlichst, Paula & Mi